Aktuelle Meldung
11.05.2012
Sonderpreis des Bundesbauministeriums für Entente Florale
Staatssekretär Bomba sagt für 2012/2013 zu (EFD) Ergebnis eines kontinuierlichen und intensiven Dialogs zwischen dem Bundesbaumi-nisterium und ...
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13.03.2012
Vertreter im europäischen Wettbewerb Entente Florale ist Dötlingen

(EFD) Dötlingen qualifiziert sich für die europäische Ebene von Entente Florale und wird Deutschland nun im Wettbewerb 2012 vertreten. Das ...
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27.01.2012
Grüne Woche 2012: Ministerpräsident Platzeck würdigt den Erfolg von Teltow beim Wettbewerb Entente Florale

Gemeinsamer Bühnenauftritt in der Blumenhalle am Brandenburg-Tag (EFD) Mit einem Auftritt in der schönen Blumenhalle der IGW konnte Teltow einen ...
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Beispiele und Berichte:
Stadt Bad Kissingen auf einen Blick

- Teilnehmer am Bundeswettbewerb „Unsere Stadt blüht auf“ im Jahre 2003 sowie am Europawettbewerb Entente Florale 2004
- Ergebnis: Goldmedaille im Bundes- und Europawettbewerb
- Bundesland / Region: Bayern
- Einwohnerzahl: 21.997
- Gesamtfläche: 6.990 ha
Kurzportrait / Spezifikum der Stadt:
Bad Kissingen – Ein blühendes Erlebnis – Stadt im Grünen
In Bad Kissingen ist Gartenschau - Tag für Tag, Jahr für Jahr. Blumen und Pflanzenpracht, die andernorts nur einige Wochen zu sehen sind, gehören in Bad Kissingen zum Alltag. Die verschiedenen Parkanlagen der Kurstadt umfassen insgesamt 195 ha. Im Frühjahr und Herbst werden jährlich jeweils 120.000 Pflanzen ausgewechselt. Die Mischung aus Natur und Pflege macht die Schönheit aus. Bad Kissingen ist nicht nur umgeben von Wäldern. Die Stadt ist durchzogen von Grün. Kernstück ist der Luitpoldpark, der über den Rosengarten in die Au, ein Erholungsgebiet am Rande der Innenstadt, übergeht. Bad Kissingen hat ca. 400 ha Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete bei einer Gesamtfläche von knapp 7.000 ha. Etwa die Hälfte der Gesamtfläche liegt innerhalb des Naturparks „Bayerische Rhön“ und mehr als 2.000 ha sind als FFH-Gebiete ausgewiesen.
Der Weg zur Goldmedaille
Bad Kissingen hat sich im Spätherbst 2002 eher zufällig auf den Weg zu einer Goldmedaille im europäischen Wettbewerb gemacht. Mit der Beteiligung am nationalen Wettbewerb „Unsere Stadt blüht auf“ wollten wir analysieren, wo wir im nationalen Vergleich stehen. Dass wir viel Grün und viele Blumen haben, war uns bewusst, aber was wir an Potential in unserer Bevölkerung haben, seien es die privaten Bürger oder Geschäftsleute, Handwerksbetriebe oder Gruppen und Verbände, hat uns dann doch überrascht. Wir haben es geschafft, alle Bürger für die Idee einer aufblühenden Stadt zu begeistern, sich mit eigener Initiative und Aktionen zu beteiligen und damit einen Nachhaltigkeitseffekt erzielt, der weit über die Dauer des Wettbewerbs hinaus geht.
Die Bereisung
Wir wollten der Jury ein möglichst breites Spektrum dessen zeigen, was Bad Kissingen zu bieten
hat. Gleichzeitig war es uns wichtig, dass nicht zufällig einzelne Punkte zusammengetragen werden,
sondern dass eine enge Beziehung der Themen und Aktionen, aufgereiht wie an einer Perlenschnur, die
Einzigartigkeit Bad Kissingens ausmacht.
Die Bereisung hat die Jury, teils zu Fuß, teils mit dem KissSalis-Shuttle, zusammenhängend
von einem Thema zum anderen geführt. Selbstverständlich haben wir dabei Highlights gezeigt
wie:
- Den weithin bekannten Rosengarten,
- Unser Thermalbad KissSalis mit Altenbergpark
- Den weitläufigen Luitpoldpark, eine Englische Parkanlage, die zu den schönsten Deutschlands zählt,
- Den Kurgarten mit weltbekannten Kur- und Konzerteinrichtungen aus der Zeit der Jahrhundertwende
- Den Friedhofspark „Kapellenfriedhof und den Parkfriedhof, der umgestaltet wurde,
- aber auch die Kleingartenanlage „Rhönblick“

Das wichtigste war aber für uns in Bad Kissingen, dass wir es geschafft haben, die Bürger
und die Geschäftsleute von der Idee dieses Wettbewerbs zu überzeugen und das Potenzial zu
nutzen, das ohne finanzielles Engagement der Kommune verfügbar war.
Wir möchten Ihnen an verschiedenen Themenbereichen zeigen, was mit Bürgerkultur und mit
Bürgerengagement in einer Stadt erreicht werden kann.
Auftaktveranstaltung
In der Vorbereitung des Wettbewerbs „Unsere Stadt blüht auf“ im Jahr 2003 haben
wir in einer Auftaktveranstaltung Anfang des Jahres die Bürgerinnen und Bürger, insbesondere
aber die Gewerbetreibenden eingeladen, mit uns zu überlegen, wie wir uns in einem solchen Wettbewerb
präsentieren können. Waren es zu dieser Auftaktveranstaltung noch ca. 50 bis 60 Personen,
die gekommen sind, war es 1 Jahr später zur Auftaktveranstaltung im Rahmen des Europawettbewerbs
ein voll besetzter Tattersaal mit mehr als 300 Bürgerinnen und Bürgern, die sich engagieren
wollten.
Wir haben es geschafft, die Bürger einzubeziehen, ohne ihnen etwas aufdringen zu wollen. Wir
haben vielmehr die Ideen, die aus der Bürgerschaft gekommen sind, ernst genommen, aufgenommen
und versucht, sie mit den Bürgern gemeinsam umzusetzen.
Vorstellung von Projekten zum Wettbewerb:
Gärtnermarkt
Im Frühjahr hatten wir gemeinsam mit den Gärtnereien und Gartenbaubetrieben in Bad Kissingen
erstmals einen Gärtnermarkt durchgeführt. Bei strahlendem Sonnenschein haben nicht
nur die Bürgerinnen und Bürger der Stadt, sondern Scharen von Menschen aus dem Umland die
Chance genutzt, bei den heimischen Gartenbaubetrieben ihre Pflanzen einzukaufen und sich Tipps zur
Gartenpflege bei den privaten und öffentlichen Gärtnereien zu holen. Das Team „Entente
Florale“ war mit einem Stand präsent und hat die Idee des Wettbewerbs in die Bevölkerung
getragen.
Am Markttag wurde an die Bevölkerung Blumensamen verteilt, mit der Bitte, Pflanzen vorzuziehen,
damit sie zu einem Blumenband im Luitpoldpark gepflanzt werden können. Parallel wurden an Kindergärten
und Schulen Sonnenblumensamen ausgegeben.
Aufgrund der großen Resonanz findet der Gärtnermarkt auch in diesem Jahr, organisiert von
der Werbegemeinschaft und der Kreisgartenbaugruppe, statt.
Das Blumenband im Luitpoldpark
Im Mai haben 600 Kinder aus Schulen und Kindergärten, dieses von Gärtnereien vorbereitete
Band von 500 m Länge gepflanzt. Diese Aktion mit 600 Kindern im Luitpoldpark an einem strahlenden
Sonnentag haben wir mit einem Luftballonwettbewerb für die Kinder verbunden. Alle waren begeistert
und die Kinder wünschen sich, dass wir diese Aktion wiederholen.
Am Folgetag haben die Bürger, aber auch Gäste aus Bad Kissingen ihre vorgezogenen Pflanzen
gebracht und eingesetzt. Das ganze wurde von den privaten Gärtnereien und Gartenbaubetrieben
aus Bad Kissingen und der Umgebung weiter vervollständigt. Gepflegt wurde das Band über
das ganze Jahr vom privaten Seniorenkreis „Mach mit“.
Dieses Band wurde so etwas wie eine Identifikation aller Bad Kissinger mit dem Wettbewerb. Kinder
führten ihre Eltern und Großeltern in den Luitpoldpark und zeigten ihnen, wo sie ihre Blumen
gepflanzt hatten und beobachteten ihr Wachsen und Gedeihen. Senioren machten ihre Bekannten darauf
aufmerksam und zeigten das Blumenband, das sie hegten und pflegten und siehe da, am ganzen Blumenband
gab es keinen Vandalismus, keine ausgerissenen Blumen, keine zertretenen Beete.
Baumpatenschaften
Was tut eine Kommune, wenn sie kein Geld hat aber trotzdem Bäume pflanzen will?
Sie lässt sich etwas einfallen. Seit Jahren schon haben wir mit Baumpatenschaften gute Erfahrungen. Über
Baumpatenschaften haben wir so die Pflanzung der Heiligenfelder Allee und die temporäre Bepflanzung
in der Schönbornstraße finanziert. Bürgerinnen und Bürger haben die Bäume
gekauft und sie der Kommune zur Verfügung gestellt. Ein Schild zeigt, wer sich in der Stadt engagiert
und die Bürger sind stolz auf ihre Bäume.
Wir wollten parkende Autos im Rahmen unseres Parkraumbewirtschaftungskonzepts an der schönsten
Einfahrt nach Bad Kissingen wegnehmen, waren aber nicht in der Lage, dort dauerhaft Grün zu zeigen,
ohne die Straße und die darunterliegenden Leitungen umzubauen. Kurzerhand haben wir Betonringe
auf die Straße gestellt, haben dort Bäume eingepflanzt und die Blumenringe bepflanzt.
Fassaden- und Gartenwettbewerb, Privatgärten
Grün in Gärten, in Vorgärten, Fassadenbegrünungen machen eine Stadt in ihren
Wohnbereichen attraktiver. Bad Kissingen hat einen Garten- und Fassadenwettbewerb ausgeschrieben,
der in diesem Jahr und auch in den folgenden Jahren wiederholt wird und hat Fassadenbegrünungen,
Balkonpflanzungen und Gartengestaltungen prämiert.
Die Beteiligung der Bevölkerung war für uns überraschend groß und noch toller
war für uns das Ergebnis dieses Wettbewerbs: Oasen und Idyllen in privaten Bereichen, wo man
sie eigentlich nicht erwartet, bereichern unsere Stadt. Gerade mit diesem Wettbewerb haben wir es
auch geschafft, Bürgerinnen und Bürger zu animieren, mehr in die Bepflanzung, insbesondere
im Balkonbereich zu investieren.
Schulen und Kindergärten
Junge Menschen sind den Verantwortlichen in der Stadt schon immer wichtig gewesen. Insofern war es für uns selbstverständlich, dass wir Kinder und Jugendliche in die Aktionen zur Entente Florale 2003/2004 einbezogen haben.
- Patenschaftsprojekt „Alois-Lang-Schule“
Ein Beispiel, wie man mit Einbeziehung von Schülern Erfolg haben kann, ist das Patenschaftsprojekt mit der Alois-Lang-Schule - eine Schule für lernbehinderte Kinder. In direkter Nachbarschaft zur Schule befindet sich ein Spielplatz, bei dem oft Vandalismusprobleme auftraten. Ein Lehrer hatte die Idee sich gemeinsam mit seinen Schülern, die auch zur Altersgruppe der Spielplatznutzer gehören, darum zu kümmern, damit der Vandalismus nachlässt. Somit haben sich die Jugendlichen mit dem Spielplatz identifiziert, haben bei ihrer Freizeitnutzung andere Jugendliche darauf aufmerksam gemacht, dass, wenn hier Vandalismus geschieht, sie das wieder in Ordnung bringen müssen.
Der Erfolg: Der Vandalismus auf diesem Spielplatz ließ spürbar nach. Heute ist es eine Selbstverständlichkeit, dass dieser Spielplatz auch wieder von Kleinkindern genutzt wird. - Patenschaftsprojekt „Kindergarten am See“ und Waldkindergarten „Fliegenpilz“
In direkter Nachbarschaft zum Kindergarten am See ist ein neues Baugebiet entstanden. Zur Planung des in diesem Baugebiet liegenden Spielplatzes haben wir die bereits dort Wohnenden und die Kindergartenkinder mit ihren Eltern zu einem Gespräch eingeladen, in dem über die Ausgestaltung des Spielplatzes diskutiert werden sollte. Die Kinder haben in einer Arbeitsgruppe ein Modell erstellt, wie sie sich den Kindergarten vorstellen. Auf der Basis dieses Modells hat die Stadtgärtnerei den Spielplatz geplant und unter Mithilfe der Eltern eingerichtet. Der Spielplatz entspricht den Bedürfnissen der Kinder und wird entsprechend gut angenommen.
In einer Elterninitiative hat sich zudem in ein privater Waldkindergarten eruiert. Dieser hat kein festes Haus, sondern beschäftigt seine Kinder bei Wind und Wetter in der freien Natur. So wird schon den Kleinsten der verständnisvollen Umgang mit der Natur nahe gebracht.
Die innerstädtischen Gassen
Mit Geschäftsleuten der Innenstadt haben wir nach Möglichkeiten gesucht, die Innenstadt
gestalterisch zu verbessern, ohne dass viele öffentliche Mittel aufgewendet werden müssen.
In mehreren Gassen haben sich Initiativen gegründet, die mit Grün ihre Gassen aufgewertet
haben. Als Beispiel sei die Spargasse genannt: Hier haben die Geschäftsleute unter Führung
einer ansässigen Landschaftsarchitektin viel Grün in die Gassen gebracht. Auf den Boden
wurde eine Pflanze von der Wurzel bis zur Blüte durch die gesamte Gasse gemalt. Zudem wurde ein
Ruhebereich mit Bänken eingerichtet. Das ganze wird unterstützt durch Plastiken aus der
keltischen Mythologie, die überdies noch mit Blindenschrift bezeichnet sind. Die Aktion gibt
den Geschäftsleuten Recht: Es kommen deutlich mehr Kunden in die Gasse und nehmen das Angebot
besser an als vorher.
Diese Aktion hat in der gesamten Innenstadt Schule gemacht. Inzwischen ist aus der Schul- und Zwingergasse,
bis vor einem Jahr noch ein Schandfleck in der Innenstadt, ein Schmuckstück und Vorzeigeobjekt
geworden. In Eigeninitiative und ohne Förderung haben fast alle Hausbesitzer ihre Immobilien
hergerichtet und saniert. Die Stadt hat mit den Eigentümern die Bepflanzung der Fassaden veranlasst,
die Grüninseln werden von den Eigentümern gepflegt.
Resümee der Stadt:
„Wir haben es in Bad Kissingen geschafft die Bevölkerung von der Idee eines „Grünwettbewerbs“ zu
begeistern, ob es der nationale Wettbewerb „Unsere Stadt blüht auf“ war oder
der europäische Wettbewerb 2004. Nicht die Verwaltung hat agiert, sondern die Bürger
und so war es uns möglich, in Zeiten knapper Kassen mit einem sehr bescheidenen Budget einen
nachhaltigen Erfolg für die Stadt zu verbuchen und dieser Erfolg beschränkt sich eben
nicht in einer Goldmedaille, die man präsentieren kann, sondern dieser Erfolg zeigt sich
daran, dass Bürger weiterhin bereit sind, sich verstärkt für die Belange ihrer
Stadt einzubringen.“
Dass Sie alle diesen Erfolg haben, das wünsche ich Ihnen.

Internetauftritt der Stadt:
www.badkissingen.deWeitere Informationen:
Stadt Bad Kissingen
Stadt- und Verkehrsplanung, Ref. III - 2
Rathausplatz 1
97688 Bad Kissingen
Fotos / Quelle: Stadt Bad Kissingen /Text gekürzt Redebeitrag zur IPM-Tagung 2005
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